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 Fragen und Antworten (ooc)

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Eivar Kandlin
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BeitragThema: Fragen und Antworten (ooc)   So Feb 12, 2017 8:13 pm

Was ist eigentlich die Stadtwache von Bree?

Innerhalb des Rollenspiels (bzw. ic = in-charakter) ist die Stadtwache die Ordnungsmacht in Bree. Jeder Bürger und jeder Durchreisende muss auf eine Wache hören, da er andernfalls mit den rechtlichen Konsequenzen seiner Handlung konfrontiert wird. Nunja. Das ist jedenfalls die Theorie.
Praktisch wird die Stadtwache auf Spielerebene, sprich außerhalb des Rollenspiels (bzw. ooc = out of charakter) traditionell kritisch gesehen. Sie ist in vielen Rollenspielen eine gängige Institution und repräsentiert stets die „neutrale“ Staatsgewalt. Man maßt seinem Charakter als Spieler einer Stadtwache gewissermaßen eine Macht an, die über der anderer Charaktere spielt. Andererseits: Irgendjemand sollte es tun, wenn man eine dynamische Staatsgewalt wünscht.

„Dynamische Staatsgewalt“? Was soll das bedeuten?

Die NPC-Wachen (NPC = Non-Player-Charakter), die überall in Bree und sonstwo herumlaufen, reagieren, wie jeder Spieler schnell bemerken sollte, nicht auf Aktionen der Charaktere. Egal, ob im Rollenspiel eine Militärparade, ein Diebstahl oder ein Saufgelage ausgespielt wird: Die Wachen kommentieren nicht, greifen nicht ein, reagieren nicht. Standing Stones zuzumuten, so etwas einzuprogrammieren, wäre wohl auch etwas viel verlangt. Es bedeutet aber, dass es keine Wache gibt, die wirklich etwas aktiv „tut“. Dafür braucht man leider Gottes Spieler, die eine Wache spielen bzw. eine Wache „darstellen“. Irgendein Spieler bzw. irgendeine Gruppe von Spielern muss sich also diese Macht anmaßen.

Welche „Macht“ ist denn überhaupt gemeint?


Eine Stadtwache ist in der Welt von Mittelerde wie auch sonst ein Vertreter der politischen Führung einer Stadt. Das bedeutet: Eigentlich muss jeder Einwohner Mittelerdes, der sich mit der Stadtwache anlegt, befürchten, im Sinne dieser politischen Führung bestraft zu werden.

Wie soll man diese „Macht“ denn durchsetzen?


Das ist das zentrale Problem jedes Stadtwachen-Spielers und sicher auch das Frustrierendste am Spielen einer Stadtwache: Jeder andere Spieler kann einfach ignorieren, dass der eigene Charakter eine Stadtwache ist. Er kann einfach ignorieren, dass man da ist. Das ist sein gutes Recht und wird akzeptiert.

Die einzige Möglichkeit, als Stadtwache seine „Macht“ durchzusetzen liegt darin, mit jedem einzelnen Spieler, mit dessen Charakteren man interagiert, ooc zu sprechen und nachzufragen, ob sie bereit sind, die Position der Wache zu akzeptieren.

Und was, wenn die Spieler nicht dazu bereit sind?

Dann muss man sie als Stadtwachen-Spieler wohl oder übel ignorieren.

Aha, und wenn sie bereit sind, was soll man dann tun?

Eine Stadtwache hat zuallererst einmal die Aufgabe, „Recht und Gesetz“ zu schützen. Was das bedeutet ist allerdings ziemlich schwammig. Es gibt kein einheitliches Gesetz und man ist sich wohl relativ schnell darüber einig, dass Diebstahl, Mord, Totschlag und Körperverletzung Straftatbestände sind. Bei Dingen wie „Belästigung“, „öffentliche Ruhestörung“, „illegaler Waffenbesitz“ oder „Genuss illegaler Rauschmittel“ wird es schon deutlich schwieriger zu bewerten, ob es sich dabei auch in der Welt in Mittelerde um solche Delikte handelt oder nicht und falls ja, wie schwer diese zu bestrafen sind.
Auch hier gilt: Verhandelt mit den Spielern. Wenn ein Spieler bereit ist zu akzeptieren, dass sein Charakter hier illegal gehandelt hat, dann lässt sich das auch im RP ausspielen. Sonst aber nicht.
Auch über das Ausmaß der Intervention der Wache solltet ihr mit dem Spieler sprechen: Wenn ein Charakter vor den Augen einer Wache einen Mord begangen hat, sollte die Wache keine Geldbuße verlangen sondern entweder sofort zur Waffe greifen oder aber den Charakter mit Aussicht auf die Todesstrafe verhaften. Das solltet ihr dem Spieler vorher mitteilen. Falls der Spieler dazu nicht bereit ist, solltet ihr eine Interaktion lieber unterlassen (s.o.).

Aber führt das nicht dazu, dass man so gut wie alle Spieler ignorieren muss?

Nicht zwingend. Es gibt viele Spieler, die es schätzen, wenn die Spielwelt auch „zurückschlagen“ kann. Es macht nicht wirklich Spaß einen „rechtschaffenden“ und ehrlichen Charakter zu spielen, wenn es keine Wache gibt, die „böses“ Verhalten sanktioniert - und andersherum geht der Reiz des „Bösen“ verloren, wenn es keine „Guten“ gibt, die auf der Jagd nach allen Verbrechern sind. Man muss natürlich immer die Verhältnismäßigkeit wahren und darauf achten, weder zu hart noch zu lasch vorzugehen: Wie oben gesagt ist es beispielsweise nicht stimmig oder authentisch, wenn ein Mord mit einer Geldstrafe geahndet wird. Es ist aber auch nicht stimmig für die Welt, wenn man sofort alle Personen einsperrt, die sich lediglich betrunken haben und unter Alkoholeinfluss im „tänzelnden Pony“ herumkrakeelten. Eine Verwarnung tut es hier auch.

Und woher soll man wissen, wie man eine bestimmte Sache bestrafen muss und wie nicht?

Wie oben gesagt: Klärt es mit den Spielern der Charakter, die „straffällig“ geworden sind. Um eine Wache zu spielen ist diplomatisches Feingefühl und noch wesentlich mehr Geduld erforderlich.

Na gut, und was tut eine Wache, außer Leute zu bestrafen?

Sie patrouilliert und steht Wache. Darauf läuft es hinaus. Eine Wache zu spielen kann sehr ereignislos und langweilig sein, wenn keine Verbrechen passieren. Das sollte man sich immer ins Gedächtnis rufen, bevor man eine Wache spielt.

Hm, und die Bestrafung geschieht direkt durch die Wache? Eine einzelne Wache kann doch nicht über Leben und Tod eines Verbrechers entscheiden!

Nunja ... zu mittelalterlichen Zeiten unter Umständen schon. Die Idee, dass Gerichte bei jedem Delikt über Schuld oder Unschuld befinden müssten ist eine rechtsstaatliche Idee - und in Mittelerde ist kein einziger Staat ein Rechtsstaat.
Dennoch ist ooc und für uns Wachenspieler natürlich einzusehen, dass nicht jeder Außenstehende akzeptieren kann oder will, dass eine Wache immer, wenn sie will, über den eigenen Charakter die Todesstrafe verhängen kann, auch wenn es sich nur um einen Taschendiebstahl handelt, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden und dass Spieler aus diesem Grund noch weniger bereit sind, ihre Charaktere von der Stadtwache bestrafen zu lassen und die Wachen lieber ignorieren.
Aus diesem Grund gibt es inzwischen Richter, die unabhängig von der Stadtwache beurteilen sollen, wer denn nun eigentlich Schuld hat und wie das zu bestrafen ist.

Aber die Stadtwache kann doch auch bestrafen, hast du gesagt. Was stimmt nun?

Beides. Allerdings in unterschiedlichen Situationen. Die Stadtwache kann Strafen verhängen, aber „jeder Bürger von Bree hat das Recht, eine richterliche Verhandlung vor dem Gericht zu Bree zu erhalten, um sich vor dem Gericht für die ihm vorgeworfenen Vergehen zu rechtfertigen“ (siehe „Dienstvorschriften“ §19 Absatz 1).
Am besten ist es wohl, wenn man als Wachenspieler wie folgt vorgeht, nachdem man einen Straftatbestand beobachtet hat oder von einem solchen berichtet wurde.

1.) Man klärt mit dem Spieler, der den schuldigen spielt, ooc, ob der überhaupt bereit ist, seinen Charakter von der Stadtwache finden und ggf. bestrafen zu lassen, falls man ihn findet. Falls er nicht zur Kooperation bereit ist, lässt man es. Falls doch, fährt man bei Schritt 2 fort.

2.) Man sucht mit dem eigenen Charakter im Rollenspiel den Schuldigen (Ermittlung).

3.) Sobald man den Schuldigen gefunden hat, macht man ihn im Rollenspiel darauf aufmerksam, dass er das Recht hat, eine Gerichtsverhandlung zu verlangen. Falls er das nicht will, spielt man sofort eine Bestrafung aus und macht einen Eintrag in den Akten, falls doch, wird der Charakter verhaftet und man fährt fort mit Schritt 4.

4.) Man gibt einem Richter per Post Bescheid, dass ein Charakter eine Gerichtsverhandlung bekommen soll. Ooc sollte auch die Information vorhanden sein, wie der schuldige Charakter heißt, damit der Richter mit dessen Spieler einen Termin absprechen kann.

So könnte das normale Vorgehen ablaufen. Natürlich gibt es viele Dinge, die dabei schief gehen können und nicht immer ist das der „goldene Weg“. Als allgemeine Regel gilt jedoch immer: Kommuniziert mit allen beteiligten Spielern so sorgfältig wie nur möglich. Das beugt Frust vor.

Und was, wenn ein Charakter sich in-char gegen eine Verhaftung oder eine Bestrafung wehrt?

In dem Fall muss die Stadtwache sich ebenfalls wehren. Klärt den beteiligten Spieler in so einem Fall am besten nochmal darüber auf, was es bedeutet, wenn man eine Wache angreift: Die gesamte Stadtwache wird sich auf den Verbrecher stürzen und ihn vermutlich sofort zur Strecke bringen.
Das heißt nicht, dass eine Stadtwache unsterblich ist: Wenn keine Zeugen vorhanden sind, ist auch eine Stadtwache ein mögliches Opfer. Denn ihr wisst als Spieler vielleicht, wer der Schuldige ist, aber euer Charakter kann es, nachdem er getötet wurde, nicht mehr wissen. Seid also mit dem Benehmen eurer Charaktere als Stadtwachenspieler vorsichtig: Man könnte in einer dunklen Gasse auf euren Charakter warten.

Kann ich nicht einfach andere Wachen im Sippenchat zur Hilfe rufen?

Nein, das ist nicht möglich: Euer Charakter ist kein Telepath. Ihr könnt also nicht über eure Gedanken andere zur Hilfe rufen oder sonstwie sofort über große Entfernungen kommunizieren. Wenn ihr euren Charakter in eine missliche Situation bringt, dann ist er da erstmal und muss da alleine wieder heraus kommen. Auch hier gilt: Kommuniziert mit den beteiligten Spielern. Das führt meist zu den besten Ergebnissen.

Was ist, wenn mein Charakter dabei stirbt?

Dann ist er tot. Manchmal ist es so einfach.

Ihr könnt natürlich Mord-Emotes ignorieren und in vielen Fällen wird das auch die richtige Reaktion sein, da es sich in den meisten Fällen um Poweremotes handelt, bei dem Charaktere nicht authentische und inkorrekte Handlungen ausführen, ohne die beteiligten Spieler um Erlaubnis zu bitten oder sich über Rollenspiel-Konsequenzen im Klaren zu sein, aber wenn euer Charakter allein in einer dunklen Gasse ist und von einem Überfallkommando einer Untergrundgruppierung erwischt und getötet wird - dann kann das passieren. Wie gesagt: Eure Charaktere sind nicht unsterblich.

Warum sollte man dann überhaupt eine Wache spielen?

Tja, gute Frage. Möglicherweise, weil man masochistisch veranlagt ist?
Das mag ein Grund sein, aber zweifelsohne leistet eine funktionierende Stadtwache auch einen Beitrag für eine gesunde „Rollenspiel-Atmosphäre“. Eine Stadtwache ist Teil einer „lebendigen Welt“, bei der die politische, soziale und gesellschaftliche Umwelt auf Aktionen der Spieler eingeht und reagiert. Wer das will und wer vor den Schwierigkeiten hier nicht zurück schreckt, ist grundsätzlich herzlich willkommen - bei der Stadtwache von Bree.
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